Zielfernrohr-Auswahl für .22LR Sportschießen
Schießen als Leidenschaft
Das Schießen begeistert mich schon seit meiner Kindheit. Mit etwa 12 Jahren war ich zum ersten Mal auf einem Schießstand, doch nach einer Weile wandte ich mich anderen Sportarten zu und beschäftigte mich jahrelang nicht mehr mit dem Schießsport. Dafür gab es mehrere Gründe:
- Das extrem komplizierte Waffenbesitzkarten-Verfahren.
- Der Mangel an geeigneten Schießständen.
- Die Abneigung der Allgemeinheit gegenüber Schusswaffen – hauptsächlich weil die meisten Menschen praktisch nichts über Schießsport wissen.
- Und wie bereits erwähnt, begannen mich andere Sportarten zu interessieren.
Rückkehr zum Schießsport
Vor einigen Jahren kehrte ich zum Schießsport zurück, als ich in die Welt des HFT (Hunter Field Target) Wettkampfs geriet – und war sofort begeistert. Der Luftgewehrwettkampf hat mir den Sport so ans Herz gelegt, dass ich mich auch dem scharfen Schießen öffnete. Dafür musste ich natürlich eine Waffenbesitzkarte erwerben und eine geeignete Waffe finden.
Zunächst wollte ich ein .308 oder ein 6,5 Creedmoor, doch schnell wurde mir klar, dass die Munitionskosten langfristig nicht tragbar wären.
Die .22LR – ein Kompromiss, der sich bewährt hat
Als Kompromisslösung entschied ich mich für eine .22LR – und habe es nicht bereut. Ein ideales Kaliber für den Schießsport: leicht zu handhaben, eine angenehme Waffe, mit der das Schießen echten Spaß macht.
Bei der Wahl der konkreten Waffe verließ ich mich hauptsächlich auf die Meinungen meiner Schießkameraden und berücksichtigte die geplanten Wettkampfformate. Mein Ziel war es, mit einer einzigen Waffe sowohl bei Speed- als auch bei Präzisionswettkämpfen antreten zu können – dafür erwies sich ein Repetierverschluss als beste Wahl.
Die Waffe: Tikka T1x
Zwei Modelle kamen in die engere Wahl: die CZ 457 und die Tikka T1x. Es gibt keinen großen Unterschied zwischen ihnen, aber die Tikka lag mir besser in der Hand – also gewann sie.
Das erste Zielfernrohr, das ich daran ausprobierte, war ein DISCOVERY ED FFP 4-16×50SF, das sich sowohl für Präzisions- als auch für Speedschießen bestens bewährt hat. Eine sehr gute Kombination.
F-Class Wettkampf und die Suche nach einem neuen Zielfernrohr
Dann geriet ich in einen F-Class Präzisionswettkampf, der auf dem Proshooting-Schießstand stattfand. Dafür war ein stärkeres Zielfernrohr nötig. Ich wollte die funktionierende Konfiguration eigentlich nicht anfassen, aber die Not kennt kein Gebot.
Ich holte mein Sortiment hervor und begann eine gründliche Auswahl – darüber entstand auch ein Video (siehe unten). Ich entschied mich für einen 6–24-fachen Vergrößerungsbereich und FFP (First Focal Plane) Anordnung, da es bei wechselnden Schussdistanzen unerlässlich ist, dass die Absehenwerte bei jeder Vergrößerung korrekt bleiben.
Die Kandidaten – Welches Zielfernrohr kommt auf die Tikka?
T-Eagle ER 6-24×50SFIR
Leider kein FFP. Das Absehen ist hervorragend und es war ein sehr beliebtes Zielfernrohr – aber das fehlende FFP war ein Ausschlusskriterium. Der Hersteller produziert es leider nicht mehr, daher ist es nur noch als Altbestand an wenigen Stellen erhältlich.
Swampdeer HD PRO ZERO STOP 6-24×50SFIR FFP-A
Ein Modell, das ich noch nicht führe. Es sieht vielversprechend aus, aber zwei Dinge sprachen dagegen: Ich kenne es nicht persönlich, und dem Absehen fehlen die Windhaltelinien und Mil-Dots für die Windkorrektur.
T-Eagle Stellar ST 6-24x50FFP
Ein sehr gutes Zielfernrohr. Das Absehen ist sowohl bei kleiner als auch bei großer Vergrößerung gut ablesbar. Der einzige Nachteil: kein Zero Stop am Turm – was dringend empfohlen wird, wenn man zwischen kurzen und langen Distanzen wechselt und dabei den Turm verstellt. Leider ist derzeit nur die 4-16-fache Variante erhältlich.
Discovery ED PRS GEN2 5-25×56SFIR FFP-Z
Die ED-Serie liebe ich: präziser Turm, ausgezeichnete Bildqualität, robuste Bauweise, 34-mm-Tubus. Ich probierte es an der Tikka aus – und sah sofort: das ist übertrieben. Ein riesiges Zielfernrohr. Ideal für Präzisionsschießen oder Pirschjagd, aber für Speedwettkämpfe braucht man etwas Leichteres.
Discovery LHD NV 6-24×50SFIR FFP-Z
Und damit kam ich zur idealen Allzwecklösung. Der Vergrößerungsbereich ist hervorragend, die Bildqualität ausgezeichnet, das Absehen bei großer Vergrößerung dünn und gut ablesbar. Bei kleiner Vergrößerung etwas zu dünn – aber das ist der kleinere Kompromiss, mit dem man leben kann.
Der Gewinner: Discovery LHD NV 6-24×50SFIR FFP-Z
Nach langer Auswahl stand der Gewinner fest.
Das Discovery LHD NV 6-24×50SFIR FFP-Z erfüllt alle wichtigen Kriterien: der richtige Vergrößerungsbereich, FFP-Absehen, Zero-Stop-Turm und kompakt genug, um auch bei Speedwettkämpfen bequem zu sein.
Video zur Zielfernrohr-Auswahl
Falls das Video nicht lädt, hier findest du es: Zielfernrohr-Auswahl für den Schießsport mit einem Tikka T1x .22LR Gewehr.
Ein neuer Beitrag über das Einschießen und den Test des Zielfernrohrs folgt in Kürze.